5 Centimeters per Second

Makoto Shinkai ist ein japanischer Anime-Regisseur und Animator, der vor allem für seine Geschichten rund um Science-Fiction und Fantasy (Die Reise nach Agartha; The Place Promised In Our Early Days) bekannt ist. Mit 5 Centimers per Second ist ihm eine Episodengeschichte gelungen, in der es vor allem um Liebe und Zeit geht.

Tatsächlich ist bereits die Form des Films interessant: Er wird in drei Kapiteln erzählt, die jeweils in sich abgeschlossene, kleine Geschichten darstellen. Takaki Tōno, anfangs noch ein Schüler von 13 Jahren, ist die Hauptperson aller Geschichten. Im ersten Film Ōkashō (Kirschblütenextrakt) geht es um seine Freundschaft zu Akari. Das Mädchen ist in eine andere Stadt umgezogen. Akari und Takaki halten jedoch Briefkontakt. Als Takaki erfährt, dass er mit seinen Eltern bald umziehen wird, verabreden die zwei sich ein letztes Mal, da die Distanz nach dem Umzug zu groß werden würde. Am Tag der Verabredung wird es Takaki jedoch erschwert, die Verabredung einzuhalten…

Im zweiten Film, Cosmonaut, steht Takaki bereits vor seinem Schulabschluss. Ein Mädchen aus seiner Klasse, Kanae, hat sich in Takaki verliebt, doch sie schafft es nicht, Takaki ihre Liebe zu gestehen.

Der dritte Film, Byōsoku 5 Centimeter (5 Zentimeter pro Sekunde), zeigt, wie Takaki, Akari und Kanae sich auseinandergelebt haben. Jeder geht seinem Leben nach. Am Bahnübergang begegnet Takaki einer jungen Frau, deren Gesicht ihm bekannt vorkommt.

5 Centimeters per Second ist einer der schönsten Episodenfilme, die ich in dieser Form kennengelernt habe. Ohne zu kitschig zu werden, erzählt der Film von der großen Liebe, von der unerreichbaren und unerwiderten und von der auseinandergelebten Liebe. Takaki und Akari sind 13 Jahre alt, als sie feststellen, dass hinter der Schulfreundschaft mehr steckt… Die Kirschblütenblätter sehen nicht nur aus wie Schnee, sondern sie vermitteln viel von den zarten Liebesbanden, die zwischen den zwei Hauptdarstellern geknüpft wird. Die Distanz jedoch bewirkt, dass jeder seinem Leben nachgeht und somit auch neue Menschen einen Weg in das Leben des Anderen finden. Doch auch das führt manchmal zu Komplikationen… Kanae, die unsterblich in Takaki verliebt ist, macht uns den Schmerz der hoffnungslosen Liebe erfahrbar. Jeder, der schon einmal unglücklich verliebt war, kennt wohl diese Situation: Freude und Leid liegen manchmal so nah beieinander und auch nach Jahren lassen einen manche Gefühle nicht los.

5 Centimeters per Second beschäftigt sich mit den großen Themen Liebe, Räumlichkeit und Distanz und der Vergänglichkeit der Zeit. Shinkais Film gibt den Zuschauern keine klaren Antworten. Die Geschichten mit offenem Ende regen zum Träumen an und geben Raum, um die Geschichte der Protagonisten, oder sogar die eigene, weiterzudenken. Wer erwartet, dass die Liebe in diesem Film nur mit großen, romantischen Bildern repräsentiert wird, der täuscht – die Liebe zeigt sich oft im Detail, in Gesten, Schweigen und Kirschblüten.

Der Film ist definitiv nicht nur eine Empfehlung für Anime-Fans!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

2 Gedanken zu “5 Centimeters per Second

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s