Die Insel der besonderen Kinder

USA, UK, Belgien 2016; Regisseur: Tim Burton; 127 min.

Nachdem ich das Buch „Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children“ gelesen hatte, musste ich nun auch endlich den Film dazu sehen. Ich habe ihn mir bewusst aufgehoben, damit ich die Geschichte vorher kenne.

Der Außenseiter Jake muss in seiner Heimatstadt mit ansehen, wie sein Großvater von einem grausamen Monster getötet wird. Offenbar hat das Monster seine Augen gestohlen – wo vorher die Augäpfel waren, sind nur noch schwarze Löcher zu sehen. Sein Großvater kann ihm noch einen letzten Auftrag erteilen: Er soll zu einer walisischen Insel reisen, auf die er im Zweiten Weltkrieg geflüchtet ist und nach einer gewissen Miss Peregrine suchen.
Tatsächlich kann Jake seinen Vater dazu überreden, mit ihm auf diese Insel zu kommen. Dort sucht Jake nach dem Waisenhaus, in dem sein Großvater lebte – aber er findet dort nur noch eine alte Ruine vor. Jedoch trifft er auf Emma, die er aus den Geschichten seines Großvaters kennt. Sie nimmt ihn mit in eine Zeitschleife, in der Jake die besonderen Kinder kennenlernt, die Feuer produzieren, unsichtbar sind oder einen zweiten Mund am Hinterkopf haben. Er erlebt dort etliche Abenteuer und muss schließlich sogar Miss Peregrine und die Kinder retten. Denn nicht umsonst kann Jake die Schleife betreten, was für normale Menschen ohne Begabung eigentlich unmöglich ist…

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Ransom Riggs. Da meine Buchlektüre noch nicht allzu lange her ist, ist die Erinnerung daran natürlich noch recht frisch – und Vergleiche passieren von ganz allein. (Nur die Tatsache, dass Emma im Buch nicht schwebt, sondern die Kraft des Feuers hat, habe ich erfolgreich verdrängt. Danke an meine Schwester fürs Erinnern 😉 ) So merkt man zum Beispiel direkt, dass das ganze Ende im Film vollkommen anders ist. Auch einige Details sind im Buch anders beschrieben. Aber für mich ist sowas vollkommen okay – solange die Entscheidungen des Regisseurs nachvollziehbar sind, sind Änderungen legitim. Schließlich sind Filme, die auf Büchern basieren, Adaptionen und keine 100%-Visualisierung des Lesestoffs, was aus zahlreichen Gründen sehr oft einfach nicht möglich ist.

Davon einmal abgesehen, hat Tim Burton als Regisseur dieses Films wieder wahrlich einen kuriosen Film geschaffen. Ich finde es einfach unglaublich, wie Burton es jedes Mal aufs Neue schafft, das Abnormale oder das Besondere als etwas vollkommen Normales und Liebenswertes darzustellen. Die besonderen Kinder müssen sich nicht für die Gesellschaft verändern, sondern sie werden so angenommen, wie sie sind. Als etwas Besonderes, das es zu schützen gilt.

Außerdem gibt es auch in „Die Insel der besonderen Kinder“ wieder diesen düsteren Touch. Viele Stellen sind nicht nur für Kinder gruselig und erschreckend. Für Spannung, Fantasie, Liebe und Andersartiges ist hier also viel Platz.

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